Zwischen mir und Minka war es Liebe auf den ersten Blick...

… In unserer Regionalzeitung stand eine Anzeige, dass der Tierschutzverein in unserer Umgebung Katzenbabys zu verkaufen hat. Mein Vater und ich fuhren zu einer Vermittlungsstelle, die, ich glaube, es waren insgesamt fünf, Katzenbabys zu vergeben hatte.

 

Als ich das Wohnzimmer der Familie betrat, die die Tiere vermittelte, überlegte ich, welche Katze soll es nun sein? Die eine verkroch sich unter einer Truhe, die andere huschte panisch unter einen Schrank, die weiteren waren nicht zu sehen, doch eine kleine schwarz-weiße Katze lag seelenruhig auf dem Sofa, schaute mich an und miaute dabei. Ich saß mich neben diese Katze, streichelte sie und es war sehr schnell klar, diese Katze soll Minka heißen und bei mir ihr neues Zuhause finden.

 

Zwischen uns entwickelte sich eine einmalige Beziehung. Minka war nicht nur einfach eine Katze, sie war mehr, sie war jemand, der mich verstand und genau so verstand ich sie. Wenn es ihr nicht gut ging, merkte ich es sofort und genau so ging es ihr. Wenn ich z. B. Probleme hatte, kam sie zu mir und wollte nur noch kuscheln.

 

Wenn ich von der Schule kam, war das Erste was ich machte, dass ich meine Sachen wegpackte, meine Katze rief, Minka so schnell wie es nur ging angelaufen kam, und wir uns beide hinlegten, Minka sich an meinen Bauch „plumpsen“ lies und wir erst einmal kuschelten.

 

Beim Essen hatte Minka grundsätzlich ihren eigenen Stuhl und bekam des Öfteren auch ihren eigenen Teller, wenn es etwas Leckeres zum Essen gab.

 

Abends, wenn es ins Bett ging, ich noch nicht einmal unter der Decke lag, kam Minka an, legte sich hin, miaute zwischendurch, schmuste sich wieder an mich ran, ich nahm sie in den Arm und dann schliefen wir beide irgendwann ein.

 

An einem Tag merkte ich, dass Minka nicht so war wie immer. Irgendwie ging es ihr nicht gut. Sie war ruhiger als sonst. Daraufhin führ ich mit ihr zum Tierarzt, einmal, zweimal und ein drittes Mal und es stellte sich leider heraus, dass sie ganz schwer krank ist und es leider so gut wie keine Hoffnung mehr gibt, dass sie wieder gesund werden würde. Sie bekam noch einmal Medikamente, doch die Tierärztin sagte mir schon, wenn es ihr morgen nicht besser geht, sollten wir sie erlösen.

 

So ging es noch ein letztes Mal nach Hause, man kann sagen, um Abschied zu nehmen. Ich wusste ganz genau, dass ich Minka nächsten Tag zum letzten Mal sehen würde. Ich kann nicht beschreiben, wie schlimm dies für mich war. Ich hatte für die letze Fahrt zum Tierarzt leider nicht die Kraft, selbst mit ihr dorthin zu fahren, so dass Freunde von meinen Eltern diese schwere Aufgabe für mich übernommen haben, weil meine Eltern im Urlaub waren.

 

Im Nachhinein bereue ich es sehr, dass ich mit ihr nicht selber gefahren bin. Wie muss sie sich gefühlt haben? Ihr geht es schlecht, ich stecke sie in einen Korb und fremde Menschen fahren mit ihr weg.

 

Könnte ich die Zeit zurückdrehen, würde ich mit ihr den letzten Weg gemeinsam gehen. Ich würde wollen, dass sie in meinen Armen, bei dem Menschen, dem sie vertraute, der sie immer begleitet hatte, ruhig einschläft.

 

Ich denke, dass Minka jetzt am anderen Ende der Regenbogenbrücke ist und wir uns dort irgendwann wieder sehen werden … .

 

Ich werde Dich immer lieben und Du wirst immer einen ganz großen Platz in meinem Herzen haben!

Bis bald, meine Minka.